Dienstag, 17. Februar 2026
Gundula Gause spricht zum Thema „Frieden“
Die Journalistin und Co-Moderatorin des ZDF „heute journal“ predigt im Speyerer Dom
Speyer. Die Journalistin und Co-Moderatorin im „heute journal“ des ZDF, Gundula Gause, kommt am 26. Februar um 19:30 Uhr zu einer Fastenpredigt nach Speyer. Die Predigt steht im Rahmen einer abendlichen Andacht im Dom, zu welcher das Speyerer Domkapitel einlädt. Mit Blick auf die aktuelle Weltlage lautet das Thema der diesjährigen Fastenpredigten „Frieden“.
Als Lesungstext wählte Gundula Gause sich einen Ausschnitt aus der Bergpredigt: „Selig, die Frieden stiften; / denn sie werden Kinder Gottes genannt werden“ (Matthäus 5,9). Diesem Jesuswort, das zum Frieden aufruft, stehe jedoch die aktuelle, harte Realität gegenüber, sagte Gause im Vorfeld. „Wir erleben eine Welt im Umbruch, voller Unsicherheiten, Kriege und Konflikte. Die Nachrichten sind voll von Katastrophen und Unglücken, von Hass und Übergriffen“, stellt die Nachrichtenmoderatorin fest und fragt: „Wie lässt sich das aushalten?“
Einen Hinweis gebe die Fastenzeit, die den Einzelnen dazu aufrufe, von schädlichen Gewohnheiten wegzukommen und Verzicht zu üben. Gause kündigt an, in ihrer Fastenpredigt der Frage nach der Möglichkeit einer „Gewaltaskese“ nachzugehen. „Was wäre, wenn die ganze Welt fasten würde: wenn Aggressoren auf ihr Machtgebaren verzichteten, wenn Staatenführer ihre Machtansprüche gegenüber anderen Staaten aufgäben, wenn Terroristen und Kriminelle auf das Mittel der Gewalt verzichteten und wenn auch Opfer auf Rache verzichteten?“.
Generalvikar Markus Magin wird der Andacht am 26. Februar als Offiziant vorstehen. Domorganist Markus Eichenlaub gestaltet die Fastenpredigt musikalisch. Alle Fastenpredigten werden live auf den Social-Media-Kanälen von Bistum und Dom übertragen und sind dort auch im Nachgang abrufbar, z. B. unter https://www.youtube.com/@domzuspeyer_official/streams
Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann und das Domkapitel Speyer möchten mit den Fastenpredigten im Dom einen Beitrag zu einer zeitgemäßen Verkündigung der christlichen Botschaft in die Gesellschaft hinein leisten. Dazu konnten in den vergangenen Jahren bereits einige herausragende Persönlichkeiten gewonnen werden. 2026 ist neben der Journalistin und Moderatorin Gundula Gause der Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg der Einladung von Bischof und Domkapitel gefolgt.
Zur Person: Gundula Gause
Gundula Gause, M.A., am 30. April 1965 in Berlin geboren, studierte Politikwissenschaft, Mittlere und Neuere Geschichte und Publizistik in Paris und Mainz. Seit 1989 arbeitet sie als Redakteurin und Nachrichtenmoderatorin beim ZDF, seit 1993 als Co-Moderatorin im heute journal und dazu seit Januar 2022 als Moderatorin des heute journal updates und von heute-Sendungen am Tag und auf zdfheute.de.
Darüber hinaus engagiert sich Gundula Gause neben der Moderation von Veranstaltungen und Podiumsdiskussionen seit vielen Jahren ehrenamtlich, u. a. ist die Protestantin seit Anfang der 2000er Jahre Schirmherrin des „Afrikatages“ des katholischen Hilfswerks „missio“ und seit 10 Jahren des Menschenrechtspreises der Stadt Weimar. Außerdem engagiert sie sich für die „Woche des Sehens“ zur Verhütung von Augenerkrankungen sowie als Botschafterin der Aktion „Schau hin, was Dein Kind mit Medien macht“. Für ihr ehrenamtliches Engagement erhielt sie 2013 das Bundesverdienstkreuz von Bundespräsident Gauck.
Hintergrund: Zur Tradition der Fastenpredigten
Fastenpredigten haben in der katholischen Kirche eine lange, bis in das 5. Jahrhundert zurückreichende Tradition. In früherer Zeit dienten sie auch der Vorbereitung der Taufbewerber auf den Empfang der Taufe in der Osternacht. Heute sollen sie, entsprechend dem Sinn der Österlichen Bußzeit, den Glauben der Zuhörer intensivieren und sie dabei unterstützen, ihr Leben am Evangelium zu orientieren.
Fastenpredigten sind gewöhnlich länger als eine Sonntagspredigt und werden meist von bekannteren Kanzelrednern, gelegentlich auch von prominenten Laien, gehalten. Thematisch beschäftigen sie sich häufig mit den Grundlagen des christlichen Glaubens sowie Übungen der christlichen Askese, wie sie beispielsweise im Fasten zum Ausdruck kommen. Liturgisch wird die Fastenpredigt allenfalls durch wenige Liedstrophen oder meditative Musik, Abschlussgebet und Segen zu einer Andacht erweitert.
Für das Spätmittelalter, vor Einführung der Predigtpflicht im Sonntagsgottesdienst, sind Fastenpredigten als allabendlicher Brauch von Aschermittwoch bis Ostern bezeugt. Oft wurden sie von Mönchen der Predigerorden gehalten und kamen dem wachsenden Bedürfnis nach persönlich-individuellem Glauben entgegen. Nicht selten enthielten sie eindringliche Beschreibungen der Leiden Christi und drastische Appelle zur Lebensführung der Zuhörer. Heute ist die wöchentliche Fastenpredigt im Rahmen einer thematischen Reihe vor allem im deutschen Sprachraum und in Frankreich verbreitet.
